Going Cocoa: Final Cut Pro X

Screenshot Final Cut Pro X

Es war mir im April 2011 vergönnt, am Final Cut Pro User Group Supermeet in Las Vegas teilzunehmen. Bereits eine Woche vorher zeigte sich, dass sämtliche Gastsprecher des Abends kurzfristig ausgeladen wurden und stattdessen ein „Mystery Guest“ erscheinen sollte – von dem allgemein angenommen wurde, dass es sich dabei um Apple handeln würde. Mir gelang es, auf eine für wenige Minuten freigestellte Warteliste zu kommen und das Ereignis miterleben zu dürfen – was für ein Erlebnis!

Gut, es gab anfangs kostenlose Drinks (‚Open Bar‘), die Stimmung war also bereits etwas aufgeheizt, als dann 2 Minuten vor Beginn der Präsentation das Apple-Logo auf die Leinwand projiziert wurde. Erst dann war klar, dass die Gerüchte stimmten und das sich anschließende Gejohle kann man sich nur ansatzweise vorstellen…

Tatsächlich führten Richard Townhill, Peter Steinauer und Randy Ubillos eine beeindruckende neue Version von Final Cut Pro X vor. Die Highlights aus meiner Sicht:

  • ein komplett neues User Interface – dringend Zeit, das aktuelle UI sieht meines Erachtens bereits sehr alt aus und passt schon länger nicht mehr in die Apple Ästhetik. Allerdings werden gestandene FCE-Editoren nicht viel von ihrem über Jahre angesammelten Wissen zur Bedienung des Programms übernehmen können. Ein klare Vorteil für Neueinsteiger – es muss kein unnützer Ballast abgeworfen werden.
  • 64 bit, also keine RAM-Beschränken mehr
  • Volle Nutzung sämtlicher CPU-Kerne sowie Einbindung der Grafikkarte in rechenintensive Prozesse. Dies wurde erst durch eine komplette Neuschreibung des Programms in Cocoa möglich, sodass jetzt auf neuere Technologien, wie z.B. Grand Central Dispatch, aufgebaut werden kann
  • Vertrieb über den Mac App Store ab Juni 2011 zum Preis von $299
  • Es wurde nur über Final Cut Pro gesprochen, die anderen Bestandteile der Studio Suite (Motion, Color etc) wurden nicht erwähnt. Der Grund war, so überhörte ich einen der Apple-Manager nach der Präsentation, dass man nicht von Final Cut selbst ablenken wollte

Die aus meiner Sicht beste Zusammenfassung des Ereignisses stammt von Larry Jordan. Sein Fazit: es ist zu früh, das Programm abzuurteilen oder in den Himmel zu heben, wir haben einfach noch nicht genügend Informationen.

Hier noch ein Screenshot von Photography Bay, der meines Wissens nicht viel Aufmerksamkeit erregt hat, jedoch durchaus interessant ist. Laut Apple hat Final Cut Pro im Vergleich zu seinen beiden Konkurrenten Avid und Adobe über 50% Marktanteil bei den nicht-linearen Schnittsystemen – und das, bevor der Preis mit der kommenden Version so stark reduziert wird…

Screenshot vom Final Cut Pro Supermeet

Das Bild ist leider unscharf, zeigt jedoch, wie sich Apples System (weiß) im Vergleich zu Avid (Rosa) und Adobe (rot) entwickelt hat…

Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf das, was da im Juni kommt, inklusive der Details zu dem Rest der Suite, wie z.B. zu dem von mir sehr geschätzten Motion!

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